Rainer Pawelke - Gründer und künstlerischer Leiter der Traumfabrik

Rainer Pawelke gründete 1980 die Traumfabrik in Regensburg. Er ist Choreograph, Regisseur und Produzent großer internationaler Kulturveranstaltungen. Rainer Pawelke ist Autor und Herausgeber theaterpädagogischer und sportwissenschaftlicher Bücher. Für seine künstlerische und wissenschaftliche Arbeit erhielt er nationale und internationale Kunst- und Kulturpreise.

"Alfred Biolek stellte ihm in einem Interview die Frage: »Magier oder Pädagoge - Künstler oder Revolutionär?« Die Biographie von Rainer Pawelke gibt die Antwort: Das eine sein - ohne das andere zu lassen.



Rainer Pawelke ist künstlerischer Leiter des international agierenden Theaterprojektes Traumfabrik und war bis 2002 Dozent für Sportpädagogik an der Universität Regensburg, er ist Choreograph, Regisseur und Produzent. In der Sportwissenschaft gilt er als kreativer Querdenker.

1980 gründete er die Traumfabrik als Theater- und 1983 als Pädagogik-Projekt. Am Rande des Chaos balancierend, von der Improvisation lebend, führte er sie durch stürmische Gründerjahre zu internationaler Geltung, machte sie zu einem Ensemble, das bei großen Kulturereignissen gefragt ist.

So inszenierte und produzierte er 1989 die Eröffnungsfeier der 25. Kunstturn-Weltmeisterschaften in Stuttgart und  bald darauf, in Anwesenheit des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, das offizielle Kulturprogramm des Deutschen Tages bei der Weltausstellung EXPO in Sevilla.

 

Dabei arbeitet er mit hochkarätigen Künstlern und Gruppen wie dem Stuttgarter Staatsballett, dem Niederländischen Tanztheater, dem Starlight Express, sucht aber auch die Zusammenarbeit mit vielen - noch - unbekannten Akteuren. 

Kennzeichnend für alle seine künstlerischen Produktionen ist eine Vernetzung verschiedener Stilrichtungen und Genres. So schuf er eine neue Form des Theaters: »Das Multivisionstheater« - eine Mischung aus Mimentheater und Schwarzem Theater, aus Tanz und Artistik, aus Inszenierungen mit überdimensionalen Projektionen und ungewöhnlichen Objekten. Das Geheimnis seines Erfolges ist die Magie der einfachen Mittel. Ein Kritiker schrieb: »Genial einfach - einfach genial«.

Rainer Pawelke war von 1972 bis 2002 als Dozent in der Lehrerausbildung an der Universität Regensburg tätig, mit den Schwerpunkten: Trainingswissenschaft, programmiertes Lernen und Sportpädagogik. Er ist „Motor und Initiator der Neuen Sport- und Bewegungskultur“ (Fachzeitschrift Sportpädagogik 4/2003) und gilt in Fachkreisen als kreativer Querdenker.

Er plädiert für einen ideologiefreien Sport und lehnt die pädagogische Instrumentalisierung des Sportunterrichts ab. Er hält einen mit zahlreichen Lernzielen befrachteten Sportunterricht für verfehlt ("früher Wehrertüchtigung, heute Gesundheit"). Sport sei wie das Theater ein Kulturgut, das keiner weiteren Begründung bedürfe, als der des Spaßes und des reinen Vergnügens. Seine Anfang der 80er Jahre entwickelte Idee, den traditionellen Sport um kreative und spielerische Elemente zu erweitern, wurde an der Universität Regensburg heftig bekämpft und abgelehnt ("Rainer Pawelke ... ein Galileo Galilei des Sports" Fachzeitschrift Hochschulsport 5/6 1989). Aber seine Ideen einer Neuen Sportkultur wurden bundesweit auch in vielen populären Medien vorgestellt ("Neue Wege im Sport" Stern 9/83). Bekannt wurde Rainer Pawelke auch durch die Entwicklung innovativer Kreationen in der musisch- ästhetischen Bildung. So schuf er ein neues Genre: Das Sporttheater und entwickelte dazu u.a. ein methodisches künstlerisches Konzept für Schwarzes Theater. Heute gehören diese und andere Inhalte zum Standard in den Lehrplänen und in der Lehrerausbildung (Bewegungskünste, Jonglieren, Abenteuersport, Frisbee-Spiele, Seilspringen usw.)."
Text:  Irene Liefländer, freie Journalistin 


>> Wikipedia Rainer Pawelke
>> Künstlerisches Wirken (PDF)
>> Wissenschaftliches und pädagogisches Wirken (PDF)
>> Die Neue Sportkultur der Traumfabrik (PDF)
>> Lebensweisheiten und Zitate (PDF)
>> PRESSE Traumfabrik 1980-1993


Maria Ruffing 

Maria Ruffing ist Künstlerin und Gründungsmitglied der Traumfabrik.

 

 

Als „sechsarmige Göttin“ startete sie als Studentin ihre Karriere bei den Schattenspielen der Traumfabrik. Nach Abschluss mit dem Staatsexamen für Sport und Theologie kehrte sie der akademischen Laufbahn den Rücken und wurde freischaffende Lebens- und Bühnenkünstlerin.

Sie besuchte die „École Internationale de Théâtre“ von Jacques Lecoq in Paris und fand schließlich ihre Meisterinnen, Pinok und Matho, am „Tremplin Théâtre“, wo sie ihre Ausbildung in der „Art du Mouvement“ mit einem Diplom abschloss. Paris wurde ihr zur zweiten Heimat und Inspirationsquelle.

1998 übernahm sie neben ihrer künstlerischen Tätigkeit die Geschäftsführung der Traumfabrik von Rainer Pawelke und gab diese 2015 an Nicole und Ingo Pawelke weiter.

Mit kreativen Ideen und ihrer künstlerischen Intuition stand sie Rainer Pawelke bei seiner Arbeit als Choreograph und Regisseur zur Seite, leitete viele Jahre das Ensemble und prägte damit die Traumfabrik.